Frau Holle auf dem Weihnachtsmarkt Hattingen

Hey Südstadt: Wo bleibt das Weihnachtsgefühl?

Also ich weiß ja nicht. Es ist Donnerstag, der 10. Dezember, kurz nach 9.00 Uhr. Ich sitze beim Bäcker in der Stadt, eine Tasse Kaffee steht vor mir. Das ist häufig so ein morgendlicher Gang. Die Kids ins Kindernest bringen, dann eine Tasse Kaffee trinken gehen. Den Rechner auf dem Schoß oder auf dem Tisch und den Tag planen. Der Vorteil eines Selbständigen. Noch mal kurze Erinnerung: Es ist mitten im Dezember. Am Sonntag ist dritter Advent.

Während ich das tippe, trällert das Reschop Carré den Albtraum weihnachtlicher Köstlichkeiten. George Michael gibt „Last Christmas“ von sich. Der Witz von WDR 2, besonders von Moderatorin Steffi Neu ist ja ganz nett, die Zuhörenden bereits im August das erste Mal mit diesem musikalischen Hochgenuss zu beglücken. Aber jetzt so langsam reicht es. Das kann auch kein Last-Christmas Remake Contest auf eben jenem Sender kompensieren. Leider.

Denn irgendwie ist dieses Jahr gefühlt kein Weihnachten.

Mal völlig subjektiv betrachtet: Vor zwei Wochen war ich beruflich ein paar Tage im Taunus. Dort musste ich für die Rückfahrt das Auto vom Schnee freiräumen und mein Kopf schoss sich auf Winter ein. (Dummerweise lagen Kratzer und Schneebesen zu Hause.) Am nächsten Tag wieder zu Hause konnten wir bei für Spätherbst nahezu subtropischen Temperaturen eher an Caipirinha als denn an Weihnachtskekse und Glühwein denken.

Komische Welt.

Auch Fahrten mit der Deutschen Bahn machen aktuell keinen Spaß, denn stets sitzt dort die Fraktion der Menschen, bei denen entweder die Hitze ausgebrochen ist oder aber die andere Fraktion, die den Wetterbedingungen trotzt und sich bei 15 Grad mit Schal und Mütze einpackt, als wäre wirklich Winter. Sehr zum olfaktorischen Unglück der Mitreisenden. Bereits in wenigen Tagen im Gottesdienst „O Du Fröhliche“ singen? Nahezu Unvorstellbar.

Gerade im #Taunus.

Ein von Maik Meid (@frnetz) gepostetes Video am

“Weihnachten ist doch besonders für die Kinder.“

Und heute? Zum ersten Mal ein wenig Nebelhauch aus dem Mund, als wir das Haus in Richtung Kindernest verlassen haben. Eine Mütze heute wäre wirklich gut gewesen. Die lag aber oben. Sei es drum. Kommt jetzt Winter? Geht jetzt George Michael weg? Vielleicht sogar etwas Schnee? (Okay, zu viel verlangt.) Kommt jetzt Weihnachtsstimmung auf? Bei den Kids ist die schon da. Sieht man an den bereits am 10. Dezember geplünderten Adventskalendern und den aus der Kita mitgebrachten Geschichten. Wenigstens etwas. Schön wäre, wenn davon jetzt noch etwas überschwenkt.

Machen wir doch einfach Weihnachten.

Liebe Südstadt, kann das sein, dass dieses Jahr weniger Licht in den Fenstern steht? Weniger Schwibbbögen, weniger Kerzen, weniger Discobeleuchtung weihnachtlicher Lichterglanz? Empfinde nur ich das? Das finde ich schade. Los, lasst uns Weihnachten machen. Raus mit der Beleuchtung. Kompensieren wir die Temperaturen und den fehlenden Schnee und trotzen wir allen unschönen Dingen. Außerdem haben wir Gäste in Hattingen, die das erste Mal Weihnachten in Deutschland verbringen. Dazu ist wo anders schon vieles geschrieben worden. Zeigen wir, dass Weihnachten ist. Mit Symbolen, Licht und vor allem Vorfreude.

Ich versuche das auch mal mit der Vorfreude. Und nehme die Kids als Ansporn. Denn die singen jeden Abend was vom Christkind und vom Nikolaus. Wobei sich ein Kind stetig weigert, den Wunschzettel rauszulegen.

Aber das ist eine andere Geschichte.

1 Antwort
  1. Clemen soiekermann sagte:

    Wenn dann nur wieder Lieder zu hören wären. Fast alle verzichten wegen der sch…… gema auf Weihnachtsmusik. Da kommt kein Weihnachten auf, sondern nur noch glüheein und Bratwurst. Wie lange lassen wwir uns das noch gefallen.

    Antworten

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