Hoffnung wächst

Es ist vor Ostern! Es ist nicht alles gut!
Auch wenn es uns – oberflächlich betrachtet – gut geht. Wir haben alles, was wir äußerlich brauchen. Niemand verhungert, es ist kein Krieg. Statistisch sind wir so reich wie keine Generation zuvor.
Im Allgemeinen geht´s uns gut. Im Allgemeinen …
Unser Planet ist gefährdet.
Wir hören es, wir wissen es, sehen es aber nicht so deutlich, es ist ja auch weit weg!
Es ist aber nur scheinbar weit weg, unsere Kinder sehen da klarer!

Je älter ich werde, umso mehr sehe ich, wie zerbrechlich Leben ist.
Es braucht nicht viel, um Bienen und Insekten zu töten, nur ein bisschen Chemie.
Es braucht nicht viel, um einen Menschen zu brechen, nur gezielte Worte. Mobbing kann jeder!
Es braucht nicht viel, um obdachlos zu werden, es reicht eine gescheiterte Beziehung, um nicht mehr klar zu kommen.
Es braucht nicht viel und das Chaos bricht hinein in mein geordnetes Leben.
Es gibt zu viel Leid in dieser Welt, wir können alle nicht nur Einzelschicksale sein.
Das Unglück hat viele unverwechselbare Gesichter und Geschichten. Wir kennen das ganz persönliche Leid! Und versuchen uns zu ducken, wegzusehen, weg zu sein, wenn es einschlägt ganz in der Nähe. Wenn das Leid persönlich wird, ist das Leben zum Weglaufen. Wenn man kann!

Wer traut sich zu, das Chaos dieser Welt zu erklären? Wer hat gute Antworten auf die Fragen, die uns das unbarmherzige Leben stellt.
All der Schmerz! Das sprachlos machende Leid.
Wird das, was wir verloren haben, je gefunden werden?
Wird das, was zerbricht, heil?
Kann auf dieser nackten, brutalen Erde etwas wachsen, was bleibt?
Ich weiß es nicht! Aber es wächst so vieles, was schön ist, was bleiben soll. Was wunderbar ist.
Wir lieben das Leben!
Wir lieben einander!

Blumen und Gärten wachsen aus Staub und Dreck!

Als Christ vertraue ich darauf:
Gott macht aus Staub wunderbare Sachen, er macht aus uns wunderbare Menschen.
Gott macht etwas Neues aus hoffnungslosen Ausgangssituationen.
Hoffnung wächst auf nacktem, harten Boden.
Es soll Ostern werden, die Leidenden sollen nicht vergessen sein, die Tränen nicht ignoriert, der Schmerz nicht übertüncht!
Mitten im Chaos soll Leben werden, sein und bleiben!

Es soll Ostern werden! Um der Schönheit willen,
um der Liebe willen, um unseretwillen,
um des Lebens willen, um Gottes willen!

„Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist
nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden;
denn in ihm leben sie alle.“ Lukas 20, 38

Ein gesegnetes Osterfest
wünscht
Pfr. Frank Schulte

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