Konfis in Tönning 2003

Einmal Jugendarbeit, immer Jugendarbeit!

Drüben am Küchentisch sitzt meine Frau und sitzt an der Gestaltung des Gemeindebriefs. Ist also mal wieder so weit. Das gibt Nachtschichten, bis alles wieder in trockenen Tüchern ist. Ich habe ihr über die Schultern geschaut, und da war ein Text für die aktuelle Jugendarbeit der Kirchengemeinde in der Mache. Crejo heisst sie nun. Sehr schön zu sehen auch auf der Website. Davor kommt ein Artikel über 30 Jahre ehemalige Jugendband. 30 Jahre Jugendarbeit. Beim Lesen des Textes und Betrachten der Fotos kommen Erinnerungen hoch: Ich war selbst mal Teil der Jugendarbeit in Johannes.

Einmal evangelische Jugendarbeit, immer evangelische Jugendarbeit.

Auch, wenn es gefühlt im vergangenen Leben war und es mit meinem aktuellen Dasein nichts mehr zu tun hat: Von 2001 bis circa 2006 war ich als hauptamtlicher Jugendreferent in Johannes tätig. Das ist mittlerweile zehn Jahre her und ich habe das Gefühl, es ist wie aus einer anderen Zeit. Denn durch ein weiteres Studium und einem völlig anderen weiteren Berufsweg ist der damalige Alltag doch weit in die Ferne gerückt. Aber er taucht immer wieder auf und ist ständig präsent. Besonders im Urlaub, wenn einem auf einmal ein Bulli einer Ev. Jugend entgegen kommt. Dann steigen Erinnerungen hoch. An viele Fahrten, Freizeiten, Aufenthalte in Skandinavien…

Es scheint so zu sein, wie es mir ein bereits leider verstorbener Freund mal gesagt hat. Er war Pfadfinder. Und selbst, wenn er es Jahrzehnte nicht mehr aktiv war, so ist er bis zu seinem Tod Pfadfinder geblieben.

Evangelische Jugendarbeit prägt ein Leben lang und lässt nicht los. So froh ich bin, nicht mehr auf Freizeiten fahren zu müssen, im Schlafsack im Jugendraum zu übernachten oder Konfis zu motivieren, so war das eine geile Zeit.

Und keiner kann sagen, er sei nicht gewarnt worden.

Der klassische Weg in die hauptamtliche Jugendarbeit funktioniert meist über den Einstieg als aktiver Jugendlicher. Niemand in diesem „Job“ geht dort ohne ehrenamtliche Vorerfahrungen rein. Übrigens, ein Beweis gegen alle Zweifler, dass Jugendarbeit funktioniert. Meine Einstiegsdroge war der am Freitag Abend stattfindende Jugendtreff in meiner Bochumer Kirchengemeinde, den ich kurz vor der Konfirmation 1990 auch nur durch Zufall entdeckt habe.

„Damals“ in Johannes

2001 also dann Start als neuer Jugendreferent, geteilt für Bredenscheid-Stüter und Johannes. Es war damals die einzige geteilte Stelle im ganzen Kirchenkreis. Herausfordernd, wenn auch heute nichts Besonderes mehr. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden auf der Ebene der Jugendarbeit intensiviert wird. Die Geburtsstunde von 4K Hattingen. Und der Start der Konfifreizeiten nach Tönning, die später den größten Teil der Arbeitszeit beanspruchte. Ein riesiges Team aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat dabei unterstützt. Bei 4K zum Team zu gehören hatte Bedeutung. Das T-Shirt mit dem „Krew“ drauf war Statussymbol. Später verwischten auch die Gemeindegrenzen. Die Teamer waren 4K-Teamer und nur noch in zweiter Linie Teamer ihrer Kirchengemeinde.

Wir haben in Bochum „Scotland Yard“ gespielt (in echt und noch ohne Handys), wir waren auf Terschelling und ein paar Mal in Schweden auf Sommerfreizeit. Der Keller im Gemeindehaus hatte Freitags Abends geöffnet und mindestens einmal im Monat gab es eine kleine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Kultur im Keller“. In Kooperation mit dem Jugendring traten Künstler wie Christian Hirdes, Rolf Miller oder Hennes Bender bei uns auf. Und es gab mehrfach Improtheater vor dem Altar. Wir veranstalteten Casino-Abende mit Roulette und Blackjack und simulierten eine Bundestagswahl an Hattinger Schulen inkl. Auswertung und Diskussion mit den Bundestagsabgeordneten.

Außerdem erinnere ich mich noch an eine Nacht der Offenen Kirche, in der das Gemeindehaus in eine Laser-Nebel-Landschaft verwandelt wurde. Halloween-Reformations-Gottesdienste, ein Selbstverteidigungskurs für Mädchen und einige Fahrten nach Taizé. Und vor allem: Ganz viele Wikinger fielen in dieser Zeit in Hattingen ein.

Irgendwann 2006 ging es für mich beruflich weiter. Geblieben ist ein immer positiver Blick zurück, auch wenn ich die hauptamtliche Arbeit wie oben schon beschrieben nicht mehr machen möchte. Aber sie ist wichtig, wichtiger denn je.

Jetzt aber Fotos.

Meine am Gemeindebrief sitzende Frau hat Fotos herausgesucht. Grund genug, auch mal nachzuschauen. Und ich habe das hier gefunden:

Terschelling Freizeit 2002

Irgendwas mit 50er Jahre Highschool-Abschluss ;-). (Terschelling-Freizeit 2002)

Veranstaltung "Your Vote" zur Bundestagswahl 2002

Veranstaltung „Your Vote“ zur Bundestagswahl 2002

Konfis in Tönning 2003

Konfis in Tönning 2003

Terschelling Freizeit 2002

Terschelling Freizeit 2002

"Wer wird Millionär" im Rahmen von "Kultur im Keller" 2005

„Wer wird Millionär“ im Rahmen von „Kultur im Keller“ 2005

Scotland Yard 2001

Scotland Yard in Bochum, 2001

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